Willkommen in unserer Burg- und Zwiebelstadt

Zwiebel & Co.


Unsere Zwiebelstadt


Zwiebelmärkte


Produkte


Prinzessinnen


Poesie


Im Guinnessbuch


Hellerunger Werterbuch


Einheimische Rezepte

Der Kretenstein am Hellerunger Schlosse - in Mundart vorgetragen

De Fanne - in Mundart vorgetragen

 » De neie Sucht - in Mundart vorgetragen

Gedicht über Heldrungen - Hiete un vor 50 Jahren

Gedicht über Heldrungen, die Antwort auf “Hiete un vor 50 Jahren” - in Mundart vorgetragen

Heldrunger Spaziergang

Mein Opa

Das Heldrunger Waldschlösschen

Heldrunger Wintervergnügen

De rohen Kleeße

Gedichte in Mundart, einige vertont -  also Lautsprecher einschalten

Gedichtet und vorgetragen von Frau Elfriede Fensel

(Im Januar 1994 geschrieben, angeregt von Herta Pötzschke)

De neie Sucht

N'e neie Sucht es usjebrochen!

Bohle jeder, ob e wenk Geld hat,

oder ob, wie m'e hier saht: er is Rich'e,

kauft sich jetzt n'e neie Kiche.


Nich etwa n'e einfache, nee, so eine

mett allen drum un drahn,

geht nur emol henn

un guckt se uch ahn!


N'e Edelstahlspiele, die bestimmt lange hält,

e elektrischer Herd met e Keramikkochfeld,

n'e Abzuchshauwe, die bruchen jetzt alle,

un 'e kompinierten Tiefkühlschrank in jeden Falle.


Awwer d'r Clou in d'r neien Kiche drinne,

das es 'ne elektrisch-automatische Spielmaschine!

So eine fer 6 oder 12 Jedecke, un noch e Tisch,

e paar Schtiehle un n'e jepolsterte Bank in d'r Ecke.


Das d'e Spielmaschine e Haufen Wasser brucht,

macht fast kein' was us.

Hauptsache das Jescherre gemmet blitzblank

ohne Handarweid us d'r Maschine rus.


Nur d'e Wiewer of d'r Quaste,

bei de'n Gorden bis an d'n Wallgram geht,

die han neie Kichen steh,

wo sich keine Spielmaschine dreht.


S'e han ewwer veeles nachjedacht

un jesacht: "Bei uns werd alles noch so

wie bei d'r Großemutter un d'r Mutter jemacht".

Das dreckche Jescherre werd in e Drohtkorb jebracht

un e paar Stund'n ins Wall versenkt, am besten ewwer Nacht!


Dann werd's e paar mol hoch un runger jestucht,

nune sieht's us wie nei un nich jebrucht.

Jetzt stellt m's in d'n Wind un in de Sunne,

das darf m'e nich verseime,

dann kann m's wedder in d'n Schrank nien rieme.


So kann m'es natierliche Wasser nutze

un trotzdem 's Jescherre sauwer putze!

Warum soll m'e Wassergeld bezahle an d'n Staat,

wo me hingern Huse jenung Wasser hat?


Nunne guckt mich nich so ungleiwig ahn!

Ich ha schonne manches was wahr es jereimt,

awwer das, von d'n Quastenwiewern,

das ha ich nur jetreimt.

Eine neue Sucht ist ausgebrochen!

Bald jeder, ob er wenig Geld hat,

oder ob, wie man hier sagt: er ist reich,

kauft sich jetzt eine neue Küche.


Nicht etwa eine einfache, nein, so eine

Mit allem drum und dran,

Geht nur einmal hin

Und schaut es euch an!


Eine Edelstahlspüle, die bestimmt lange hält,

ein elektrischer Herd mit einem Keramikkochfeld,

eine Abzugshaube, die brauchen jetzt alle,

einen kombinierten Tiefkühlschrank in jedem Falle.


Aber der Clou in der neuen Küche drin,

das ist eine elektrisch-automatschine Spülmaschine!

So eine für 6 oder 12 Gedecke, und noch ein Tisch,

ein paar Stühle und eine gepolsterte Bank in der Ecke.


Das die Spülmaschine einen Haufen Wasser braucht,

Macht fast keinen was aus.

Hauptsache das Geschirr kommt blitzlank

Ohne Handarbeit aus der Maschine raus.


Nir die Weiber auf der Quaste,

bei denen der Garten bis an den Wallgraben geht,

die haben eine Küche stehen

Wo sich keine Spülmaschine dreht.


Sie haben über vieles nachgedacht

Und gesagt: „Bei uns wird alles noch so

Wie bei der Großmutter und Mutter gemacht“.

Das schmutzige Geschirr wird in einem Drahtkorb gebracht

Und ein paar Stunden ins Wall versenkt, am besten über Nacht!


Dann wird es ein paar mal hoch und runter gestaucht,

nun sieht es aus wie neu und nicht gebraucht.

Jetzt stellt man es in den Wind und in die Sonne,

das darf man nicht versäumen,

dann kann man es wieder in den Schrank hinein räumen.


So kann man das natürliche Wasser nutzen

und trotzdem das Geschirr sauber putzen!

Warum soll man das Wassergeld bezahlen an den Staat,

wo man hinter dem Haus genug Wasser hat?


Nun schaut mich nicht so ungläubig an!

Ich habe schon manches was wahr ist gereimt,

aber das, von den Quastenweibern,

das hab ich nur geträumt.

Die neue Sucht