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 » Gedicht über Heldrungen - Hiete un vor 50 Jahrn

Gedicht über Heldrungen, die Antwort auf “Hiete un vor 50 Jahren” - in Mundart vorgetragen

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Gedicht über Heldrungen um 1900, 1910 / Verfasser unbekannt

Hellerungen hiete un vor 50 Jahrn

Wenn einer jetzt durch Hälrungn geht

un sich das ganze Nest besieht,

kömmt'e nich ussen Staun ruß

wie sieste gejen früher us.

In Hälrungen vor 50 Jahren,

da sinnse noch met'e Hunne jefahren.

Doch lang Ziet hat's nich jetuert,

hatten sich a paar a Fährt erhungert.

A Fährt noja aber was für eins,

s' war awwer besser wie gar keins,

droffriede, na da hetch mich offgesessen,

no wies so ist se hatten a Faß gefressen.

Wie a ohles Hus das falle will ihn,

nä, solche Fähre kiewwts nich in Berlin.


Aber guckt einer nur das hiete ahn,

da kummen alle Krauter mit zwei Fährichen ahn.

Und alle Fähre stramm und derb,

das is dr reine Wettbewerb.

Wo de Krauter früher schliefen bei Nacht,

da hanse am Tage dn Mart troff jemacht.

Aber hiete da is' wie bei dn Richen,

da hanse alle große Waschkichen.

Anne gute Stuwwe met langen Gartien,

s'es beinah so wie in Berlin.


Der neie Ratskeller wieme das so sieht,

metten Türmchen troff un e Ding was sich dreht,

ach Kinger ich darf gar nich drahn denke,

noja, s'es ähm enne Welt spricht -"Enke" -.

Wo noch "Wehling" hatte sei Exportiergeschäft

und in der langen Gasse wohnte "Fickervebch".

Ach Gott was gab's da manchmal für a Spaß,

wenn se hinger "Lukassen" här riefen, machten naß.

Wie Herr "Sommer" noch fuhr offen Wahle metten Kahne,

un "Kops Selmar" noch Kutscher in Schwane,

wenn der ahnfing im Sängerton

in Grunewald es Holzaktion.

Wie Meister "Marquardt" noch tat de großen Semmeln backe

un me kunne in dr engen Gasse noch in de Ecke kacke.


Wenn us dr Kapelle schallte de Sinderglocke,

un Meister "Juwitz" noch fuhr metten Zeejenbocke,

was war das manchmal enne Herrlichkeit -

wenn alles krehlte "Kiewitz mei Leib",

un "Juwitz" metten Knüppel hingerdriehn

na so was gabs noch nie in Berlin.


Von Drachenschwanze hotten die jungen Männichen,

de blaue Scherze for, metten woll'n Vorhämmichen,

ne Mütze off, nich etwa a Hut,

so gingen se ommt's bei ihre Brut.

Das fiel gar nich off, denn for anstännig galt's,

aber hiete da laufen se met der Mannschette ummen Hals

metten Gipsverband, mett dr wissen Weste

un dn Anzug immer gliech dr beste.

E Knüppel in der Fote, de Zigarre in Rachen,

immer Kavalier sunst is nischt zu machen.

Un da bildense sich au noch ihn,

die Liete sollen denke se wärn von Berlin.


Ja früher und hiete das is zweierlei,
jetzt gewwets sogar schon doppelte Polizei.
Un in dn Straßen da bränt schon Gasglühlicht,
noja metten Petroleumfunzeln das war ja au auch nischt.
Am "Waldschlößchen" im "Fischteich" da züchten se Aalche,
Na da, "Natalichen", spricht "Ostermanns Malchen".
Was machten in dr Pfingstwoche de jungen Liete,
das tut jetzt alles die Polizei verbiete.
Wenn einer nur spricht "Mahle fapp",
dehn fiehrnse glich ins Kittchen ab.
Ja da sinse jetzt hingertriehn
das es noch schlimmer wie in Berlin.


In jeden Jahre zum Sedansfeste,
früh um viere, wänn alles noch lag im Neste,
da hatt "Nahtrots Zis", in's Horn jeblasen,
haat ihr denn noch nich usjeschlafen?
Un wär das höhrte, da war de Freihde groß,
denn 3 Vereine gab's da bloß.
Die Richen und de Armbrustschützen,
un de Krieger metten Soldatenmützen.
Wie fiehl's da hiete kiwwet, daß wiß ich nich,
awer zähne sind's ganz sicherlich.
Na wie oft machen die alle Vergniechen,
na un de Turner die machen große Riechen,
und alle Gäste laden se dazu ihn,
"na Berlin bliewet Berlin".


Ins Feld gingense früher off Schusters Rappen,
da dräwwer tunse aber hiete bloß lachen.
Jeder Lusejunge er kann kaum laufe,
da muss sich schon a Fahrrad kaufe.
Un de Wiewer sin schone so verrückt,
das tuert so lange bis eine die Knochen bricht.
De Männer fuhren früher metten Schiebekarrn,
un de Wiewer de zogen an Raffe vorn.
In den nächsten 20 Jahren das is jewiß,
da fahrense metten Auto noch dn Mist.
Un a paar Jahre später fahrnse metten Zeppelin,
un machens bolle so wie in Berlin.


Awwer neilich früh wie dr Tag brach ahn,
guckt mett amal alles zum Himmel nahn.
Wahrhaftichen Gott, mee soll's doch nich glauwe,
da flog äwwer ns eine Rumplertauwe.
Un eh ich mich kunne von Schrecke erhole,
da lag das Ding schone an der Hohle.
Offen Judengottsacker da hings in den Beimen,
nune awer blieb kein Mensch me heime.
Jetzt machte alles dn zweiten Pappelweg nahm,
und sah sich die Flugmaschiene ahn.
A paar Rädder warn drunger, das sah us wie ne Kurre,
un der Propeller vorne der macht das Gesurre,
a paar Latten, a bisschen Draht un a Stückchen Sack drüwwer jespannt,
das wird nun Äroplan genannt.
Na mit den Dinge der Ingenieurer Schlegel,
sich mit Leitnant Scharko verirrte im Nebel.
Nachdem nun eine kleine Reparatur gelungen,
da fuhrnse witter ewwer Hälrungen.
Und de ganze Maschine driewet a bisschen Benzin,
un damette flochense von Gotha, nach
Königsberg ewwer Berlin.

Wenn einer jetzt durch Heldrungen geht

und sich das ganze Nest besieht,

kommt nicht aus dem Stauen raus

wie siehste gegen früher aus.

In Heldrungen vor 50 Jahren,

da sind sie noch mit dem Hundegespann gefahren.

Doch lange Zeit hat es nicht gedauert,

hatten sich ein paar ein Pferd erhungert

Ein Pferdt naja aber was für eins,

es war aber besser wie gar keins,

darauf reiten, na da hätt ich aufgesessen,

na wie so ist es hat viel gefressen.

Wie ein altes Haus was fallen wie hin,

nein, solche Pferde gibt es nicht in Berlin.


Aber guckt einer nur das heute an,

da kommen alle Krauter mit zwei Pferden an.

Und alle Pferde stramm und derb,

das ist der reinste Wettbewerb.

Wo die Krauter früher schliefen bei Nacht,

da haben sie am Tage den Markt drauf jemacht.

Aber heute da ist es wie bei den Reichen,

da haben sie alle große Waschküchen.

Eine gute Stube mit langen Gardien,

es ist beinah so wie in Berlin.


Der neue Ratskeller wie man das so sieht,

mit einem Türmchen trauf und ein Ding was sich dreht,

ach Kinder ich darf gar nicht dran denken,

naja, es ist eben eine Welt spricht -"Enke" -.

Wo noch "Wehling" hatte sein Exportgeschäft

und in der langen Gasse wohnte "Fickertsepp".

Ach Gott was gab's da manchmal für ein Spaß,

wenn sie hinter "Lukassen" her riefen: „machten ihn naß“.

Wie Herr "Sommer" noch fuhr auf dem Wall mit dem Kahn,

und "Kops Selmar" noch Kutscher in dem Schwan,

wenn der anfing im Sängerton

in Grunewald es Holzaktion.

Wie Meister "Marquardt" noch tat die großen Semmeln backen

und man kann in der engen Gasse noch in de Ecke kacken.


Wenn aus der Kapelle schallte die Sünderglocke,

und Meister "Juwitz" noch fuhr mit dem Ziegenbocke,

was war das manchmal eine Herrlichkeit -

wenn alles brüllte "Kiewitz mei Leib",

und "Juwitz" mit dem Knüppel hingerdrein

na so was gabs noch nie in Berlin.


Vom Drachenschwanz holten die jungen Männer,

die blaue Scherze vor, mit dem Vorhemd,

eine Mütze auf, nicht etwa ein Hut,

so gingen sie abends bei ihre Braut.

Das fiel gar nicht off, denn für anständig galt's,

aber heute da laufen sie mit der Manschette um den Hals

mit den Gipsverband, mit der weißen Weste

und den Anzug immer gleich der beste.

Ein Knüppel in der Hand, die Zigarre im Mund,

immer Kavalier sonst ist nichst zu machen.

Und da bilden sie sich auch noch ein,

die Leute sollen denken sie wären von Berlin.


Ja früher und heute das ist zweierlei,
jetzt giebt es sogar schon doppelte Polizei.
Und in den Straßen da brennt schon Gasglühlicht,
naja mit den Petroleumfunzeln das war ja auch auch nichts.
Am "Waldschlößchen" im "Fischteich" da züchten sie Aale,
Na da, "Natalichen", spricht "Ostermanns Malchen".
Was machten in der Pfingstwoche de jungen Leute,
das tut jetzt alles die Polizei verbiete.
Wenn einer nur spricht "Mahle fapp",
den führen sie gleich ins Kittchen ab.
Ja da sind sie jetzt hintertrieben
das es noch schlimmer wie in Berlin.


In jeden Jahre zum Fest der Vereine,
früh um vier, wenn alles noch lag im Bett,
da hatte "Nahtrots Zis", in's Horn geblasen,
habt ihr denn noch nicht ausgeschlafen?
Und wer das hörte, da war die Freude groß,
denn 3 Vereine gab's da bloß.
Die Reichen und die Armbrustschützen,
und die Krieger mit den Soldatenmützen.
Wie viel es da gibt, dass weiß ich nicht,
aber zehn sind es ganz sicherlich.
Na wie oft machen die alle Vergnügen,
na und die Turner die machen große Riegen,
und alle Gäste laden sie dazu ein,
"na Berlin bliebt Berlin".


Ins Feld gingen sie früher off Schusters Rappen,
da drüber tun sie aber heute bloß lachen.
Jeder Lausejunge er kann kaum laufen,
da muss sich schon ein Fahrrad kaufen.
Und die Weiber sind schon so verrückt,
das dauert lange bis eine die Knochen bricht.
Die Männer fuhren früher mit der Schubkarre,
und die Weiber die zogen ganz vorne.
In den nächsten 20 Jahren das ist gewiß,
da fahren mit dem Auto noch den Mist.
Und ein paar Jahre später fahren sie mit dem Zeppelin,
und machen es bald so wie in Berlin.


Aber neulich früh wie der Tag brach an,
guckten alle mit einmal alles zum Himmel hoch.
Wahrhaftiger Gott, man soll es doch nicht glauben,
da flog über uns ein Rumplertaube.
Und eh ich mich kann vom Schrecken erholen,
da lag das Ding schone an der Hohle.
Auf dem Friedhof da hing es in den Bäumen,
nun aber blieb kein Mensch mehr zuhause.
Jetzt machte alles den zweiten Pappelweg hoch,
und sah sich die Flugmaschiene an.
Ein paar Räder waren drunter, das sah aus wie eine Karre,
und der Propeller vorne der macht das Gesurre,
ein paar Latten, ein bisschen Draht und a Stückchen Sack drüber gespannt,
das wird nun Äroplan genannt.
Na mit den Dinge der Ingenieurer Schlegel,
sich mit Leutnant Scharko verirrte im Nebel.
Nachdem nun eine kleine Reparatur gelungen,
da fuhren sie wieder über Heldrungen.
Und die ganze Maschine braucht ein bisschen Benzin,
und damit flogen sie von Gotha, nach
Königsberg über Berlin.

Heldrungen heute und vor 50 Jahren