Willkommen in unserer Burg- und Zwiebelstadt

Zwiebel & Co.


Unsere Zwiebelstadt


Zwiebelmärkte


Produkte


Prinzessinnen


Poesie


Im Guinnessbuch


Hellerunger Werterbuch


Einheimische Rezepte

Der Kretenstein am Hellerunger Schlosse - in Mundart vorgetragen

De Fanne - in Mundart vorgetragen

De neie Sucht - in Mundart vorgetragen

Gedicht über Heldrungen - Hiete un vor 50 Jahren

 » Gedicht über Heldrungen, die Antwort auf “Hiete un vor 50 Jahren” - in Mundart vorgetragen

Heldrunger Spaziergang

Mein Opa

Das Heldrunger Waldschlösschen

Heldrunger Wintervergnügen

De rohen Kleeße

Gedichte in Mundart, einige vertont -  also Lautsprecher einschalten

Gedichtet im Jahr 1993, vorgetragen von Frau Elfriede Fensel


Als Gegenstück zum Heldrunger Gedicht aus dem Jahr 1900/1910:

"Hellrungen hiete un vor 50 Jahren"

Hellerungen hiete (uss 1993)


Nee, Kinger, das Ohle das leht werklich wiet!
Hiete sinn'me Bundesbircher,
s' war au hechste Ziet!
Bonn als Hauptstadt? Nee, das gemmt uns nich in dn Sinn!
Mi sinn un bliewen for Berlin!

N'e Berjermeistern? So was hats frieher nich jegehm!
Hiete hamm'e eine, die sorjed in Rothuse fer frisches Leb'm.
M'e saht, se hätte e Schädel fer sich un e eijnen Sinn.
Na ja, vielleicht werd se e' mol Minister in Berlin.


Un in de'r Hauptstroße der Autoverkehr!
Der werd jede'n Tag e bisschen mehr.
Deshalb hamme dort jetzt au Ampeln,
rot, gelb un grien.
Ja, s'es bole wie in Berlin.


Me han jetzt werklich ne andere Ziet!
Jetzt greit jeder e Telefon,
s' es bole so wiet.
Dann kann jeder telefoniere, her und hin. In de ganze Welt,
awwer auch nach Berlin.


Wolltest de frieher frische Blumen kaufe,
mußteste dir de Hacken ablaufe.
Hechtens Strohblumm boten dir de Hellerunger ahn.
Die machtense nämlich selwer an de Zebbelrespen dran.
Jetzt hamme zwei Blumläd'n. Guckt nur e mol nien!
Die sinn jenau so scheene wie in Berlin!


Un was Hellerungen för veele Läd'n un Handwerker hat!
So feele fingste nech so lichte in manche'r gresseren Stadt!
Un Arweit hanse alle, se stecken bis öwwern Schäddel drin!
Na, s'es au gut so!
Do bruchen se nich erscht zu fahrn bis nach Berlin.

S' Stadthus, d'n Spettel, wo's immer war laut,
hat me objeressen un dort e Subermarkt jebaut.
Beim Fleischer dort giwwets Fleisch, Wurscht un Speck,
un beim Bäcker gehn de Bretchen wie warme Semmeln weg!
Awwe au bei Lidl un bei Schlecker kaufen veele Liete ien
un se glaub'm 's wär billicher als in Berlin.

Na, un erscht offen Schlosse, das mußte erlewe!
Wie sich do tun de Fremden e Stelldichein gewe!
De Juchenherberche die es schonne bekannt,

nich nur in d'r Gejend, ne in ganzen Land.
Hier gehn veele Menschen us un ien.
Ich glaube us ganz Euroba, awwer au us Berlin.


Un siehste dir das ohle Landambeladorium ahn,
was m'e do jetzt fer veele private Ärzte hahn.
Den ehre Inrichtung es, wie m'e hiete saht: "Ganz stark!"
Awwe dafor bezahlst'e au selwer för e Jebiss me als tausend Mark.
Haste Schmerzen, gehst'e trotzdem hen.
Das is in Hellerungen genau wie in Berlin.


Au de Abteke es jetzt enne private.
Ich wiß nich, hat'se d'r Abteker jebacht oder jekauft von Staate.
Was d'e do jetzt kaufe kannst ohne Rezebtzettel,
das hast'e dir frieher mußt in Westen erbettle.
Un kannst'e werklich e Rezept von Doktor erhole,
mußte doch noch e Haufen Geld selwer druff zohle.
Sich ofzureje hat ewwerhaupt kei Sinn!
So wells nunne e mol d'e Jesundheitsreform,
hier, wie ewwerall un au in Berlin.


In Hellerungen hat's frieher veele Vereine jegeb'm.
Do war immer was los, do war immer e Leb'm!
So solls au wedder in Zukunft sein;
drum wurde jegrind e Heimatverein.
S'inn schonne veele Liete drinne,
hoffentlich kumm noch e paar nien!
Ich sa's uch, so was giwwets nur in Hellerungen
un nich in Berlin!

Nein, Kinder, das Alte das liegt wirklich weit!
Heute sind wir Bundesbürger,
es war auch höchste Zeit!
Bonn als Hauptstadt? Nein, das kommt uns nicht in den Sinn!
Mir sind und bleiben für Berlin!

Eine Bürgermeisterin? So was hat es früher nicht gegeben!
Heute haben wir eine, die sorgt im Rathaus für frisches Leben.
Man sagt, sie hätte ein Kopf für sich und einen eigenen Sinn.
Na ja, vielleicht wird sie mal Minister in Berlin.


Und in der Hauptstroße der Autoverkehr!
Der wird jeden Tag ein bisschen mehr.
Deshalb haben wir dort jetzt au Ampeln,
rot, gelb und grüne.
Ja, es ist balde wie in Berlin.


Wir haben jetzt wirklich eine andere Zeit!
Jetzt bekommt jeder ein Telefon,
es ist bald soweit.
Dann kann jeder telefonieren, her und hin. In der ganze Welt,
aber auch nach Berlin.


Wolltest du früher frische Blumen kaufen,
mußtest du dir die Hacken ablaufen.
Höchtens Strohblumen boten dir die Heldrunger an.
Die machten sie nämliche selber an de Zwiebelrispen dran.
Jetzt haben wir zwei Blumläden. Guckt nur einmal hinein!
Die sind genau so schön wie in Berlin!


Und was Heldrungen für viele Läden und Handwerker hat!
So viele findest du nicht so schnell in mancher größeren Stadt!
Und Arbeit haben sie alle, sie stecken bis übern Schäddel drin!
Na, es ist auch gut so!
Da brauchen sie nicht erst zu fahren bis nach Berlin.

Das Stadthaus, den Spettel, wo es immer war laut,
hat man abgerissen und dort ein Supermarkt gebaut.
Beim Fleischer dort gibt es Fleisch, Wurscht und Speck,
und beim Bäcker gehn die Brötchen wie warme Semmeln weg!
Aber auch bei Lidl und bei Schlecker kaufen viele Leute ein
und sie glauben es wär billiger als in Berlin.

Na, und erst auf dem Schloss, das mußte erleben!
Wie sich da tun die Fremden ein Stelldichein geben!
Die Jugendherberge die es schon bekannt,

nicht nur in der Gegend, nein im ganzen Land.
Hier gehn viele Menschen aus und ein.
Ich glaube aus ganz Europa, aber auch aus Berlin.


Und siehst du dir das alte Landampulatorium an,
was wir da jetzt für viele private Ärzte haben.
Denen ihre Einrichtung ist, wie man heut sagt: "Ganz stark!"
Aber dafür bezahlst du auch selber für ein Gebiss mehr als tausend Mark.
Haste Schmerzen, gehst'e trotzdem hin.
Das ist in Heldrungen genau wie in Berlin.


Auch die Apotheke es jetzt eine private.
Ich weiß nicht, hat'se der Apotheker gepachtet oder gekauft von Staate.
Was du dort jetzt kaufen kannst ohne Rezebtzettel,
das hast'e dir früher mußt in Westen erbetteln.
Und kannst'e wirklich ein Rezept von Doktor erhalten,
mußte doch noch ein Haufen Geld selber drauf zahlen.
Sich aufzuregen hat überhaupt keinen Sinn!
So will es nun einmal die Gesundheitsreform,
hier, wie überall und auch in Berlin.


In Heldrungen hat es früher viele Vereine gegeben.
Dort war immer was los, da war immer ein Leben!
So soll es auch wieder in Zukunft sein;
drum wurde gegründet der Heimatverein.
Es sind schone viele Leute drin,
hoffentlich kommen noch ein paar rein!
Ich sag es euch, so was giebt nur in Heldrungen
und nicht in Berlin!

Heldrungen heute (aus dem Jahr 1993)